Feinarbeit im Sommer
Diese Julitage sind bisher geprägt von einer tiefen Innenschau.
Egal mit wem ich in den letzten Tagen gesprochen habe, so gut wie alle erzählen das gleiche.
Kindheitserinnerungen kommen nochmals hoch, äußere Handlungen sind zu reduzieren, große Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst war und ist im Fokus, vielschichtige Gefühle kommen tauchen auf - so könnte man es kurz zusammen fassen.
Gleichzeitig kommt es bei vielen von uns zu einem „Neu sortieren“. Was sehr wohl auch mit Handlungen verbunden ist. Klarheit und Ausrichtung sind gefragt. Wie eine Herbstvorarbeit erlebe ich es. Die oftmals im Außen Hype-artig angekündigte Wende vollzieht tatsächlich. Nur viel subtiler. Und auch beginnend in uns.
In meinen Begleitungen erlebe ich so oft, dass die Antworten und Erklärungen, die sich Menschen geben und die durchaus eine Zeitlang so etwas wie Gültigkeit besaßen, ausgedient haben. Am Selbstwert zu arbeiten, die Fülle zu visualisieren - all das findet kaum noch Halt.
Mit all diesen so allgemeinen Herangehensweisen ist kaum Weiterkommen mehr möglich.
Es geht um innere Feinarbeit.
Und ich erlebe fast täglich wie ich in meiner Arbeit mit klaren Begriffen und präzisen Worten, die dazu verhelfen, sich selbst noch besser zu verstehen und das was man erlebt hat und erlebt, da ein kann.
Das erfordert ein tiefes Spüren können von mitunter subtilsten Regungen, die noch verschüttet sind. Und auch wenn man schon zigfach seine Runden gedreht hat, es ist vergleichsweise einfach diese Regungen zu überspringen.
In dieser Polarität da zu sein, ist schon eine Aufgabe für sich. Mehr noch braucht es viele innere Schritte um seinen ganzen Raum zu füllen.
Dieser tiefe Wunsch sich wieder ganz zu fühlen, das zeigt sich bei so gut wie jedem den ich begleiten darf.